Nicole Knupfer - Stylistin - Love my job
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Nicole Knupfer – Stylistin

29 Nov Nicole Knupfer – Stylistin

Nicole Knupfer

Vom Gefängnis, renitenten Schülern und der Traumfabrik Hollywood – Nicole’s Inspiring Career Story.

Der Traumjob deiner Kindheit?

Als Kind wollte ich nicht arbeiten. Ich dachte, die Jungs würden in einer Reihe stehen und ich bräuchte nur einen auszusuchen, meinen Mann fürs Leben. An Arbeit oder Beruf habe ich damals nicht gedacht.

Im Teenager Alter, als ich dann erleben musste, dass das mit den Männer in einer Reihe nicht so war wie ich gedacht habe, wollte ich Psychiaterin in einem Gefängnis werden. Warum ich auf die Idee kam, weiss ich bis heute nicht.

 

Ich liebe meinen Job von Anfang bis zum Schluss.

 

Dein erster Job?

Mein erster Job war bei einer Firma in Altstetten. Ich sortierte die ganze Korrespondenz des Monats. Aber alleine den Weg dahin fand ich schrecklich. Weit weg und in einem für mich komischen Quartier. Aber ich verdiente Geld und habe so schon früh gelernt: wenn du dein eigenes Geld verdienst und es ein bisschen sparst, dann kannst du dir mal tolle Sachen leisten.

Nach dem Gymi besuchte ich das Lehrerseminar, weil ich einen Beruf wollte, den ich das ganze Leben und irgendwo auf der Welt ausüben konnte. Aber ich wusste von Anfang an, dass es nicht mein Traumjob war. Nicht der Kinder wegen, sondern weil die Atmosphäre in den Schulhäusern für mich einengend war. Das Unterrichten selbst fand ich sehr toll und inspirierend. Insbesondere auch mit ‚schwierigen‘ Schlülern.

Ich wurde einmal in ein Schulhaus abberufen, in eine 6. Klasse zwei Monaten vor dem Ende der Mittelstufe. Die Schulbehörde warnte mich vor der schlimmen Klasse, die schon zwei Lehrer in den Wahnsinn trieb. Am ersten Tag kam ich ins Schulhaus und bekam einen Polizisten und eine Person der Behörde zugeteilt, die dem Unterricht beiwohnen sollten. Ich dankte und lehnte ab.

Ich stand also alleine vor der Klasse, erzählte was man über sie hört und sagte, dass ich mich dennoch entschieden habe, sie zu unterrichten. Aber ich stellte auch klar, dass ich keine Lust habe, mich zu nerven und zu streiten. Ich machte ihnen Vorschläge zum Unterricht: Ein Foto-Roman Projekt oder weiteres Zusatzprogramm in Mathe und Deutsch. Bedingung für das ‚lässige‘ Projekt: engagierte Mitarbeit und keine Streitereien. Die Klasse entschied sich für das Foto-Roman Projekt und es wurden die tollsten zwei Monate meiner Lehrerinnen-Karriere. Von einigen der damaligen Schüler erhalte ich noch heute SMS, dass diese zwei Monate die beste Zeit ihres Lebens war.

Was machst du heute?

Heute arbeite ich als Stylistin für Filme und Werbeproduktionen. Dazu gekommen bin ich auf Umwegen. Ich reiste mit dem Fernsehformat ‚Expedition Robinson‘ nach Malaysia und unterrichtete dort die Kinder der Crew. Und war von der Film- und Fernsehwelt fasziniert.

Nach meiner Rückkehr nach Zürich packte ich meine Koffer und reiste nach LA wo ich Film und Ausstattung als Produktions-Assistentin von der Pike auf erlernte. Anschliessend bildete ich mich in Production Design weiter und assistierte bei verschiedenen Kurzfilmen. Zurück in der Schweiz arbeitete ich als Assistentin der Ausstatterin bei Lüthy & Blanc. Als diese nach drei Monaten und kurz vor Drehbeginn der zweiten Staffel den Bettel hinwarf, wurde ich ins kalte Wasser geworfen und übernahm die Leitung. Plötzlich trug ich die ganze Verantwortung. Aber ich schaffte es und von da an gab es nur noch Film für mich.

Was macht dein aktueller Job zu deinem Traumjob?

Ich liebe meinen Job von Anfang bis zum Schluss: Ideen und Moods zu entwickeln, die Arbeit mit Agenturen und manchmal die heikle Aufgabe, Kunden von Ideen zu überzeugen. Das Fitting, der Dreh, und zu sehen, wie am Schluss alles zusammen kommt und sich Crew und Kunden über das Ergebnis freuen.

Neben viel Herzblut und Schweiss, wie hast du deinen Traum verwirklicht?  Dein Tipp für alle, die noch auf der Suche nach ihrem Traumjob sind?

Ich bin bis heute dankbar, dass ich den Lehrer-Beruf als erstes gewählt habe. Dies gibt mir Ruhe und Gelassenheit, da ich weiss, dass ich zurück zu meinem angestammten Beruf kann, sollten alle Stricke reissen. Ich denke, hätte ich diese Sicherheiten nicht von Anfang an gehabt, hätte ich nicht den Mut gehabt, den Sprung ins Film-Business zu wagen. Und man muss durchbeißen. Und immer ein Ziel vor Augen haben und sich wünschen, dass die Jobs kommen und man eine gute Arbeit machen wird. Dann geschieht es.

Nicole’s Arbeiten checken: www.nicoleknupfer.com

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