Michi Gass - Von Kinderarbeit, Surfen und der Liebe zur Kunst - Love my job
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Michi Gass – Von Kinderarbeit, Surfen und der Liebe zur Kunst

Michi-Gass

15 Jul Michi Gass – Von Kinderarbeit, Surfen und der Liebe zur Kunst

„Das machen, worauf man Bock hat, ist leider einfacher gesagt als getan. Aber im Endeffekt halt trotzdem das Richtige.“

Der Traumjob deiner Kindheit?

Zuerst wollte ich immer Astronaut werden, das ging in eine etwas schwächere „ich will Pilot werden“-Phase über. Auch heute finde ich Flugzeuge noch super spannend, wenn da nur nicht meine wachsende Flugangst wäre. Die mich glücklicherweise noch nicht davon abbringt zu verreisen – irgendwie paradox das Ganze.

Dein erster Job?

Meinen ersten Job hatte ich mit 12 Jahren. Ich half meiner Schwester beim Zeitungen verteilen. Eigentlich durfte man erst ab 14 Jahren arbeiten. Da es meine Schwester aber nicht alleine machen wollte, habe ich ihr geholfen. Anschliessend übernahm ich die Tour dann ganz und habe mir so meine Teenie Jahre finanziert. Nach meinem Handelsschulabschluss jobbte ich quer durch alle Sparten (Bank, Versicherung, Bar) und kam schliesslich über eine Saisonstelle in Flims zu meinem ersten längerfristigen Job bei Doodah in Basel, wo ich nach einigen Jahren im Verkauf die Leitung übernehmen konnte.

Was machst du heute?

Ich arbeite in der Fondation Beyeler und bin für den Aufbau und die Entwicklung einer neuen Plattform für junge Kunstinteressierte, den Young Art Club, verantwortlich. Ausserdem arbeite ich im Sponsoring/ Fundraising, wo es um die Finanzierung und die Unterstützung des Museums und der Ausstellungsprojekte geht.

Was macht deinen aktuellen Job zu deinem Traumjob?

Auf der einen Seite ist mein Job durch die Leitung von verschiedenen Projekten sehr abwechslungsreich. Teilweise gleicht er einem Tennismatch, bei dem die Arbeit von der einen zur anderen Seite springt. Da ist es anspruchsvoll, den Überblick zu behalten. Der Aufbau des Young Art Club macht mir extrem Spass. Mir wurde die Möglichkeit geboten, etwas ganz Neues und super cooles von Null aufzubauen. Es geht darum, eine Plattform zu errichten, mit der sich junge Menschen identifizieren können, die Fondation Beyeler für ein jüngeres Publikum zugänglicher zu machen und mit klassischen Vermittlungsformaten zu brechen, um etwas gänzlich Neues zu schaffen – wie cool ist das denn.

Auf der anderen Seite sind wir ein super junges Team. Unsere Weihnachtsessen sind legendär und auch sonst gibt es viele Events, bei denen wir anschliessend noch zusammen ausgehen. Diesen Spirit mag ich sehr. Für meinen Arbeitsplatz mit Aussicht und direktem Zugang zum Park beneiden mich alle – zu Recht (lacht)! Ich nenne ihn liebevoll „meinen Garten“. Ausserdem arbeite ich an einem weltbekannten Museum mit unglaublich tollen Ausstellungen und Projekten.

Neben viel Herzblut und Schweiss, wie hast du deinen Traum verwirklicht?

Um ehrlich zu sein mit sehr viel Glück. Natürlich habe ich immer hart gearbeitet, auch wenn mir die Schule damals nie zugesagt hat und ich meine Stärken wo anders hatte. Als ich meinen Job bei Doodah kündigte, nahm ich mir eine Auszeit und ging für ein paar Monate surfen. Als ich sieben Monate später nach Hause kam, machte ich mich auf die Suche nach einer Stelle und fand sie bei einem Freund, der für hochkarätige Kunstausstellungen auf der ganzen Welt Projekte durchführt. Er brauchte jemanden für ein grosses Projekt der Art Basel, dem Theater Basel und der Fondation Beyeler und dachte wohl, ich sei die richtige Person für diesen Job. Da liess ich mich nicht zweimal bitten und sagte zu.

Von da an ging alles extrem schnell, wenn auch teilweise etwas holprig. Plötzlich befand ich mich in einer Art Selbständigkeit, obwohl ich es nicht wirklich war. Anscheinend machte ich meinen Job nicht ganz verkehrt. Ich wurde in den kommenden Jahren von der Fondation Beyeler und der Art Basel für mehrere Projekt angefragt, bis ich dann die Festanstellung der Fondation Beyeler angeboten bekam.

Zu dieser Zeit arbeitete ich extrem viel, aber teilweise auch nur sporadisch, sodass sich immer wieder die Möglichkeit ergab, für ein paar Wochen surfen zu gehen, was natürlich absolut in meinem Sinn war. Finanziell war es eher etwas schwierig, weil ich nicht wirklich planen konnte. Die Projekte kommen wenn sie kommen und nehmen dabei auch keine Rücksicht auf die Freizeit.

Dein Tipp für alle, die noch auf der Suche nach ihrem Traumjob sind?

Wenn du ein Ziel hast, verlier es nicht aus den Augen. Arbeite hart und lass dich von Rückschlägen nicht entmutigen. Das machen, worauf man Bock hat, ist leider einfacher gesagt als getan. Aber im Endeffekt halt trotzdem das Richtige. Was vielleicht dem einen oder anderen fehlt ist die Geduld. Nur selten kommt man aus dem Studium oder der Lehre und erhält den Job seines Lebens. Es braucht Zeit, Erfahrung und vor allem auch das Bisschen Glück. Für unsere Generation sind jedoch Entscheidungen meistens keine Lebensentscheidungen mehr. Wie sagt man so schön? Viele Wege führen nach Rom. Und mit der richtigen Einstellung und Arbeitsmoral kappt’s meistens.

Wen sollten wir als nächstes portraitieren? Was inspiriert dich an ihnen?

In meinem engen Freundeskreis sind fast alle sehr kreativ und höchst motiviert, in ihren eigenen Bereichen etwas aufzubauen. Ich bewundere sie alle, weil sie ihren Traum leben und genau wie ich, teilweise an Ihre Grenzen stossen. Trotzdem ist ein Verlangen da, sich nicht dem selbstverständlichen Lebensstil zu beugen und zu versuchen, etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Diese Denkweise inspiriert und motiviert mich und ich versuche ebenfalls danach zu leben.

Einer der für mich besonders raussticht und gleichzeitig schon eine halbe Ewigkeit ein enger Freund von mir ist, ist Matthias. Er arbeitet als selbstständiger und sehr erfolgreicher Produkt Designer für Firmen wie McDonalds und Vitra. Ausserdem ist er wohl das grösste Genie, dem ich jemals begegnet bin. Er kann einfach alles und ist gleichzeitig auch noch ein super guter Daddy – da werde ich teilweise fast wahnsinnig (lacht).

Jung und kunstbegeistert? Dann solltest du dir Michi’s Baby unbedingt anschauen: Young Art Club

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